Kuba: Ja zur Ehe für alle

04. Oktober 2022
Quelle: fsspx.news

Mit fast 67 Prozent der Stimmen haben die Kubaner ein deutliches Ja zur Reform des Familiengesetzes abgegeben und den Inselstaat zum 34. Land der Welt gemacht, das der sog. “gleichgeschlechtlichen Ehe” zustimmt.

Das neue Gesetzbuch, das das bisherige aus dem Jahr 1975 aufhebt, legalisiert die “gleichgeschlechtliche Ehe”, erlaubt die Adoption von Kindern durch gleichgeschlechtliche Paare und gibt grünes Licht für die Leihmutterschaft für alle Paare.

Der von der Regierung weitgehend unterstützte Text definiert die Ehe nun als „Verbindung zweier Personen“ und führt die Möglichkeit ein, andere Väter und Mütter als die biologischen Eltern anzuerkennen.

„Der Gerechtigkeit wurde Genüge getan. [...] Dies ist die Begleichung einer Schuld gegenüber mehreren Generationen von Kubanern, deren Familienpläne seit Jahren auf dieses Gesetz gewartet haben“, freute sich der kubanische Staatschef Miguel Diaz-Canel. „Von heute an werden wir eine bessere Nation sein“, fügte er hinzu.

Diese Ergebnisse sind wenig überraschend, wenn man bedenkt, welcher Propagandadruck schon Wochen vor der Abstimmung in den Medien aufgebaut wurde: Werbespots im Radio und Fernsehen, Plakatwände, auf denen die „Vielfalt“ angepriesen wurde, Demonstrationen für ein Ja - nichts wurde dem Zufall überlassen und mit Steuergeldern finanziert, um die Entscheidung der Wähler zu beeinflussen.

Sogar Fidel Castros eigene Nichte, Mariela Castro, warf ihr ganzes Gewicht in die Waagschale, um einer Reform zum Durchbruch zu verhelfen, gegen die die Kirche diesmal nichts ausrichten konnte: 2018 und 2019 war es dem Episkopat gelungen, die Regierung von einem ersten Entwurf zur Anerkennung der gleichgeschlechtlichen Ehe abzubringen, der als „ideologischer Kolonialismus“ angeprangert worden war.

Die von Fidel Castro von 1959 bis in die 1990er Jahre betriebene Politik des staatlichen Atheismus ist also nicht ohne Spuren geblieben und hat eine beschleunigte Säkularisierung des Inselstaates ermöglicht: 2015 bezeichneten sich zwar 60 Prozent der Kubaner als Katholiken, aber nur 5 Prozent praktizierten den Glauben ihrer Taufe...