Akademie für das Leben: Neue abtreibungsfreundlichen Wirtschaftswissenschaftlerin

21. Oktober 2022
Quelle: fsspx.news
Mariana Mazzucato

Der Papst hat neue ordentliche Mitglieder sowie Mitglieder des Verwaltungsrates der Päpstlichen Akademie für das Leben ernannt. Zu den ersten gehört die italienisch-amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Mariana Mazzucato. Sie gilt als Befürworterin der Ziele für nachhaltige Entwicklung und der Agenda 2030. Auf Twitter lobte sie kürzlich die abtreibungsfreundliche Rede einer amerikanischen Fernsehmoderatorin.

Der Heilige Stuhl hat die Ernennungen für die Päpstliche Akademie für das Leben bekannt gegeben. Nach den neuen Mitgliedern des Verwaltungsrates werden auch neue ordentliche Mitglieder ernannt.

Nach Carlos Gustavo Castillo Mattasoglio, Erzbischof von Lima; P. Humberto Miguel Yáñez Molina, S.I.; P. Carlos Centeno Cortés tauchen auch einige Namen von Laien auf.

Unter ihnen entdecken wir zunächst einen Muslim - der sich sicherlich gut in der katholischen Theologie auskennen muss - sowie Mariana Mazzucato, eine Wirtschaftswissenschaftlerin, die eine der treibenden Kräfte hinter den Zielen für nachhaltige Entwicklung ist, die Teil der Agenda 2030 ist.

Im August 2019 veröffentlichte sie zusammen mit anderen Persönlichkeiten aus dem Bereich Nachhaltigkeit in der Zeitschrift Nature den Artikel „Six transformations to achieve the Sustainable Development Goals“, eine strategische Studie, um zu verstehen, was die Agenda 2030 ist. 

Auf der Website der Vereinten Nationen, die die Schirmherrschaft über diese Ziele innehat, ist leicht zu erkennen, dass sie Standards für „reproduktive Gesundheit“ beinhalten – was unter anderem Verhütung und Abtreibung bedeutet. Gerade Abtreibung wird derzeit von den Vereinten Nationen auf besondere Weise gefördert und sollte nach deren Vorstellungen während der gesamten Schwangerschaft möglich sein.

Darüber hinaus lobte Mariana Mazzucato im Juni dieses Jahres auf Twitter die Rede einer abtreibungsbefürwortenden amerikanischen Fernsehmoderatorin, die die Rolle des Christentums und der Christen in der Politik scharf kritisierte. 

Schließlich gilt sie als einer der führenden Köpfe der demokratischen Sozialisten in den USA. Sie war unter anderem an der Kampagne von Bernie Sanders beteiligt.

Große Manöver zur Veränderung der Moralvorstellungen 

Mit der jüngsten Veröffentlichung eines Buches, in dem - freilich nur als Arbeitshypothese - vorgeschlagen wurde, die Lehre der Kirche über chemische Empfängnisverhütung zu ändern, eine Diskussion, die vom Papst in seinem „fliegenden Lehramt“ nach seiner Rückkehr aus Kanada unterstützt wurde; mit weiteren von den Mitgliedern in dieser Richtung veröffentlichten Werken, mit diesen Ernennungen, scheint es offensichtlich, dass die Päpstliche Akademie für das Leben zu einer Speerspitze bei der Änderung der katholischen Moral wird.

Die Synode über die Synodalität wird das Thema übrigens aufs Tapet bringen, da die Frage in mehreren Synthesen von Ländern, vor allem von europäischen, aufgetaucht ist. Nicht zu vergessen ist natürlich der deutsche Synodenweg, der schon lange einen Schlussstrich unter Humanae vitae gezogen und Freiheit für die chemische Empfängnisverhütung oder die Pille gefordert hat.

Zwar scheinen einige konservative Kreise im Moment stark dagegen zu sein, aber der Widerstand gegen diese Änderungen, die nichts anderes als eine Vergewaltigung der kirchlichen Lehre darstellen, wird dennoch schwächer. Und so ist mit einem Angriff unter dem Deckmantel von Amoris laetitia zu rechnen, der nichts von der katholischen Moral übrig lassen wird.